Eigentlich bedarf er keiner Erklärung, der Maskulinismus. Das Wort allein ist alles, was er jemals sein sollte - und das ist mehr, als manche auf den ersten Blick erkennen.
Er ist eine Antwort auf Feminismus jeglicher Couleur. Da im Ursprung doch gleiche Rechte, gleiche Pflichten gefordert werden, macht es keinen Unterschied, von welcher Seite man sich darauf zubewegt. Zumindest sollte es keinen Unterschied geben, wenn wirklich - wie ab und an postuliert - der Feminismus überflüssig geworden ist, weil er alles erreicht hat. Maskulinismus ist also außer einer Antwort auf den Feminismus auch Hohn und sanfte Ironie, denn er erinnert uns daran, dass einige Rechte und Pflichten eines Menschen noch immer vom Zufall des Geschlechts abhängen. Ferner bricht er eine Lanze für das Männliche, in Deutschland wäre das "Wehrpflicht - Unrecht, es sei denn, ihr bestimmt sie für alle oder keinen". Das ist ein Beitrag zur leidigen Geschlechterdebatte, in dem Versuch, das bei so manchem pejorativ besetzte Wort des "Feminismus" zu umschiffen. Aber Maskulinismus ist nicht nur verkappter Ur-feminismus, er ist auch Spott auf die lächerlichen Auswüchse, die der Feminismus zutage bringt - und legt gleichzeitig einen Finger in die Wunde, dass in Geschlechterfragen noch längst nicht alles geklärt ist.
Damit füge ich den gängigen Bedeutungen von Maskulinismus und Maskulismus meine Sichtweise und so eine weitere Bedeutungsebene hinzu. Ich distanziere mich also von Arthur Brittan und konventionellen Überzeugungen hinter dem Begriff. "Mein" Maskulinismus will nicht mehr als leiser Spott, sanfte Ironie und Fingerzeig sein, was passiert wenn man das Pferd von hinten aufzäumt.
Carla Freyhoupt.