Über 8 Monate hinweg wurden gewaltige Mengen Lava und Gase ausgestoßen. Wie auch beim Ausbruch des Krakatao erschien die Sonne rostrot durch Partikel in der Atmosphäre. Außerdem bildete sich beim Ausbruch des Laki ab Juni 1783 eine "Wolke" aus Aerosolen, die dann im Uhrzeigersinn über Skandinavien, Osteuropa, durch Mitteleuropa, nach Westeuropa und hoch nach England zog. Diese giftigen Gase wurden von Mensch und Vieh eingeatmet und zerstörten die Lungen von Innen. Das betraf besonders Arbeiter im Freien, die Ernte konnte nicht so eingeholt werden wie das eigentlich geplant war. Saurer Regen trug ebenfalls zur schlechten Ernte bei. Der folgende Winter ist einer der härtesten überhaupt, die Partikel in der Atmosphäre streuen die eingehende Strahlung so weit, dass weniger Energie als sonst auf der Erde ankommt. Der Mississippi friert bei New Orleans zu(!). Durch den vielen Schnee gibt es im Frühjahr große Überschwemmungen, Goethes Mutter beispielsweise schreibt ihrem Sohn einen Brief in dem sie geflutete Keller und teilweise ganze Stockwerke der Häuser beschreibt. In den folgenden Jahren kommt es weiterhin zu Ernteausfällen und einige Spekulationen nennen diese Missernten Ursache für den Hunger, der die französische Revolution ein paar Jahre später begünstigte.
Einige Wissenschaftler der Zeit sind mit dem Verdacht Vulkan der Ursache schon auf der Spur - aber "Strafe Gottes" ist natürlich die beliebteste Erklärung. Allerdings vermuten die Gelehrten Sizilien als Ursprungsort.
Es ist beeindruckend, dass es damals wohl noch keinen Informationsaustausch
mit Island gab. Auch die sonstige Nachrichtenversorgung scheint recht dürftig gewesen zu sein - sonst hätte man in Frankreich schon von "der Wolke" die da heranzog gehört.
Nunja, heutzutage hört man von Island ja auch erst dann etwas, wenn sie kurz vor dem Staatsbankrott stehen.
Soetwas kann uns jederzeit wieder passieren. Geologisch hat sich die Situation in Island und damit die Ursache für diesen Vulkanismus nicht verändert.
Carla Freyhoupt.